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Petro kommentiert Ben-Gvirs Video mit Misshandlung von Gaza-Aktivisten: "Wie ein echter Nazi"

Die Empörungswelle, die Israels Sicherheitsminister Ben-Gvir vor kurzem mit seiner harten Vorgehensweise gegen Gaza-Aktivisten ausgelöst hatte, erreichte sogar Südamerika. Kolumbiens Präsident Petro wollte kein Blatt vor den Mund nehmen und erlaubte sich einen Nazi-Vergleich.
Petro kommentiert Ben-Gvirs Video mit Misshandlung von Gaza-Aktivisten: "Wie ein echter Nazi"Quelle: Legion-media.ru © ZUMA Press, Inc.

Dem kolumbianischen Präsidenten Gustavo Petro gehen kontroverse Äußerungen leicht von der Zunge. Der linke Politiker hat seit seinem Amtsantritt vor knapp vier Jahren schon oftmals für diplomatische Missverständnisse gesorgt. Seine jüngste Äußerung über den israelischen Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir verbreitete sich schnell in den sozialen Medien und in den Schlagzeilen. Auf der Plattform X schrieb Petro:

"Der Sicherheitsminister Ben-Gvir verhält sich wie ein echter Nazi. So hat er unsere Mitbürgerinnen behandelt, nur weil sie den Völkermord in Gaza stoppen wollten."

Petro fügte dem Eintrag eine Videoaufnahme bei, die zuvor der rechtsextreme israelische Politiker selbst auf der Plattform X veröffentlich hatte. Dort waren Dutzende gefesselte und kniende Gaza-Aktivisten auf einem Militärboot zu sehen. Als wäre dies nicht genug, versah Ben-Gvir das Video mit dem Titel "Willkommen in Israel". Der Minister tauchte selbst im Video auf und schien mit der harten Vorgehensweise gegen die Festgenommenen sehr zufrieden zu sein.

Die Aufnahme schlug international hohe Wellen. Scharfe Kritik kam aus vielen EU-Ländern wie Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Irland, Belgien und Deutschland. Der deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert, bezeichnete Ben-Gvirs Umgang mit den Gefangengenommenen als "absolut inakzeptabel". Bundesaußenminister Johann Wadephul kritisierte das Verhalten des israelischen Sicherheitsministers als "vollkommen inakzeptabel". Es widerspreche fundamental den Werten, für die Deutschland mit Israel gemeinsam stehen wolle.

Sogar in der israelischen Regierung stieß das Video auf Ablehnung. Regierungschef Benjamin Netanjahu erklärte, die Art und Weise, wie Ben-Gvir mit den Aktivisten der Flotte umgegangen sei, entspreche nicht den Werten und Normen des Landes. Außenminister Gideon Saar sprach von Schaden für den Staat. Der rechtsextreme Politiker ließ aber diese Kritik nicht auf sich sitzen. Es gebe einige in der Regierung, die immer noch nicht begriffen hätten, wie man mit Terrorunterstützern umgehen müsse, konterte er gegenüber Saar.

In der vergangenen Woche war eine weitere Hilfsflotte für den Gazastreifen mit zahlreichen internationalen Aktivisten an Bord von der Türkei aus in See gestochen. Bereits zu Beginn dieser Woche wurde sie aber von den israelischen Streitkräften gestoppt. Nach israelischen Angaben befanden sich 430 Aktivisten an Bord.

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